GESCHICHTE IN KÜRZE
Die antike Kleinstadt oskischen
Ursprungs wurde zu einen der größten Zentren des Sannio. Zerstört durch
die Römer 293 v. Chr. und im VI. Jahrhundert durch die Barbaren verwüstet
wurde sie durch die Longobarden mit dem Namen Carbonara wieder gegründet.
Jahrhunderte hat die Bevölkerung
neben dem Hauptort in zugeteilten Häusern gelebt, deren Namen (Casalvetere,
Pietrapalomba, Sassano, Pesco di Rago, S. Leonardo, ecc.) findet man noch
heute.
Im gesamten Gebiet finden sich
sannitische, römische und longobardische Grabstätten mit tonhaltigen,
steinernen und metallischen Materialien.
In Groveggiante wurde eine Nekropolis aus dem
IV. - III. Jahrhundert v. Chr. entdeckt.
Der aus dem Mittelalter stammende
Name Carbonara rührt entweder von der überwiegenden Aktivität seiner Bewohner
oder aus Fossilien in Holzkohle her: das erste Mal wird der Ort in einem
Dokument 1708 erwähnt als Robert Guiscardo das longobardische Schloss
zerstörte; es wurde in der suebischen Epoche wieder errichtet und im XVI.
Jahrhundert in eine feudale Residenz umgewandelt.
Die Herrschaft über Carbonara lag
bei den Familien Del Balzo und Caracciolo und bis 1806 beim Kaiserreich.
1860 fordert ein antiliberaler
Aufstand neue Opfer. Dem folgt blutige Unterdrückung und 1862 erhält der Ort
von der Regierung wieder den alten Namen Aquilonia.
Das antike Zentrum wurde durch
immer wieder auftretende Erdbeben zerstört, das letzte von 1930
war besonders verheerend.
Ca. 1 km vom alten Ort Richtung
Südwest enfernt wurde ein neuer Wohnort angelegt: Aufteilung in kleine Blocks,
breite gerade Strassen, hohe Gebäude - es entstand eine moderne Stadt, in der
man sich wohlfühlt und gern verweilt.
Der alte Stadtkern von Carbonara -
Aquilonia wurde nach siebzig Jahren des Verlassenseins und Plünderungen wieder
entdeckt und nach Wiedererrichtung und Neugestaltung in einen archäologischen
Park umgewandelt.

ETHNOGRAFISCHES MUSEUM
Im Ethnografischen Museum werden Leben und Menschen in
eindrucksvoller Szenerie vergangener Zeiten dargestellt.
Eine untergegangene Welt wird mit
13000 sorgfältig gesammelten Originalgegenständen erhalten und wiederbelebt. Die
Alltagsgeschichte einer Gemein-schaft der Vergangenheit ist beispielhaft für
die armen Gemeinden des Mezzogiorno.
Diese lebt in Instrumenten,
Werkzeugen, Ausstattungen, Fundstücken und Dokumenten jeder Art weiter. Es
handelt sich nicht um eine beliebige Sammlung, das Museum ist einzigartig.
Liegt in der wirklichketsgetreuen Rekonstruktion der Wohnund Arbeitsräume.
Dadurch bekommt man einen authentischen Einblick in das damalige Leben.
Der Besucher kann eine Reise von
der antiken bis in die Neuzeit unternehmen.
Das Ethnographische Museum ist auch ein
effizientes didaktisches Mittel, es liest sich aus ihm wie ins einem großen
Buch.
Die Ausstellung auf ca. 1500 qm,
auch im Freien, umfasst 120 Wohnund Arbeitsumgebungen, in 15 Themen unterteilt:
|
Ø
bäuerliche Wohnung
und Stall
Ø
Arbeit des Bauern
und Pflanzenwelt
Ø
Handwerk
Ø
Lebensmittelproduktion
Ø
gesellschaftliche
Tradition und Antropologie
Ø
Medizin
Ø
Magie und
Zauberei
Ø
Religion
Ø
lokale Geschichte
Ø
Archäologie
Ø
Grabsteine
Ø
vorindustrielle
Zeit
Ø
Flora und Fauna
Ø
bäuerliche
Esskultur
Ø
Verschiedenes
|
2
28
52
7
16
1
2
1
6
1
1
7
4
2
4
|


|
Das Ethnografische Museum von
Aquilonia ist in seiner Art eines der vollstaendigsten und eindrucksvollsten
Italiens:
jedes kleinste Detail ist minutiös dokumentiert,
so lässt sich die Vergangenheit gut nachempfinden.

MUSEUM "WANDERNDE STÄDTE"
Im faszinierenden arch. Park von Aquilonia Vecchia,
einst Carbonara, in einem vollstä ndig restaurierten und nach den
Bedürfnissen eines Museums gestalteten Gebäude, ist das Museum "Wandernde
Städte" mit historischen Dokumenten, Grafiken, Fotos, historischen Filmen
und anschaulichen Wandtafeln untergebracht.
Exemplarisch wird die Geschichte
von Aquilonia, die für viele andere italienische Dörfer steht, erzählt.
Durch Kriege, Erdbeben und
andere Naturgewalten waren die Einwohner gezwungen, den Wohnort zu wechseln,
was andererseits zu neuen Impulsen in der Entwicklung fuehrte.
Die Universitaet von Salerno führt
das Museum als Zentrum für Studien lokaler Kultur des Mittelmeerraums.
ARCHÄOLGISCHER PARK
Neben dem ethnografischen Museum wurde der
archäologische Park des antiken Zentrums von Carbonara - Aquilonia Vecchia
konzipiert.
Sehr interessant ist die
Entwicklung der drei Hauptkirchen in der Via Roma, der Via Regina Margherita
und an der Piazza Municipio.
Die jetzige Funktion als
Veranstaltungsort von Konzerten und Theateraufführungen hat die Geschichte der
Gemeinde geprägt.
Dem Besucher erscheint das
antike Carbonara ans Licht
gebracht und neu geordnet, ähnlich wie das
antike Pompei.
Beim Spazieren in den Straßen holt
einen die Vergangenheit ein und man ist zwischen den Ruinen des
mittelalterlichen Viertels und denen des 16. Jh. vom Zauber des Ortes umgeben.
Dem aufmerksamen Beobachter
erschließt sich jahrhundertealte Geschichte.

Im Innern des Parks wird ein
Museum über den Beginn der Industrialisierung realisiert: mit der
Wiedererrichtung einer Ziegelei, eines Kalkofens, eines öffentlichen
Kühlhauses, einer Wassermühle, der Demonstration der Holzkohleherstellung,
einer hölzernen Olivenpresse aus dem 17. Jh. und einer Metallwerkstatt mit
Drechslerei aus dem ausgehenden 18. Jh..
ARCHÄOLOGISCHE SEHENSWÜRDIGKEITEN
Mehrere Spuren von städtischen
Siedlungen der Sanniter und Römer bestehen im Bereich Casalvetere, Tratturo
Largo und Pozzo Monticchio:
Grabstätte aus der longobardischen Epoche im Bezirk
Mattina.
Überreste eines Schlosses mit Grotte genutzt von den
Briganten im Gebiet Pietrapalomba
Romanische Brücke von Pietra dell'Olio über den Fluss
Ofanto.
Mittelalterliche Mühle auf romanischen Grundmauern im
Flussbett des Osento.
Im ethnographischen Museum sind alle tonhaltigen,
steinernen und metallischen Materialien aus Grabstätten und Wohnstädten
vergangener Zeiten ausgestellt.
ARCHITEKTONISCHE SEHENSWÜRDIGKEITEN
Abtei S. Vito Martire, 1 km entfernt vom Ortszentrum,
umgeben von sehr charakteristischer

Landschaft mit einer Jahrhunderte alten Eiche
mit einem Durchmesser von 7 Metern (4 Männer mit ausgestreckten Armen);
steinmaterial aus dem 4. Jh. v.
Chr. bis 19. Jh. N. Chr;
die Kapelle der Maddalena, 16.
Jh., in einer restaurierten Straße;
barocker Springbrunnen mit
öffentlichem Waschtrog aus dem 18. Jh.
LANDSCHAFT
ü
Parks, Wälder und
bewaldete Gebiete
●
Wälder in Mont' Arcangelo, Pesco
di Rago und Pietra Palomba e Sassano;

●
tal der Mühlen, ein Gebiet
reich an Wassermühlen, Restaurierung bevorstehend;
●
see von S. Pietro
(Angelwettbewerbe);
ü
Flora und Fauna
●
700 Pflanzenarten im Wald
von Pietra Palomba;
●
wild, typisch für den
mittleren Appenin, wildschweinreservat.
ü
Wasserläufe
●
Kanäle von Mont' Arcangelo
und S. Vito (im Norden), von Mattina und Spinet (im Süden);
●
Flüsse: Osento und Ofanto
ÖFFUNGSZEIT MUSEUM
Täglich, inkl. Feiertage:
- 10.00 bis 13.00 und von 16.30 bis 19.30 Uhr (April
bis September)
- 10.00 bis 13.00 und von 15.00 bis 18.00 Uhr (Oktober
bis März)
INFORMATION
Ethnografisches Museum:
Büro: Tel. + Fax
0827/83826
Direktion: Tel. + Fax
0827/83553
wiss. Leitung: Handy 328/4565625
Web www.aquiloniamusei.it
e-mail: aquiloniamusei@tiscali.it